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Auflistung der bekanntesten WÜRMER

  Magendasselfliegen      

Die Magendasselfliegen (Gasterophilus intestinalis) werden umgangssprachlich auch als Magendasseln oder Magenbremsen bezeichnet.  Etwa jedes zweite Pferd ist befallen.Der Befall führt zu Blutarmut, Koliken und Leistungsabfall.

Die erwachsene Fliege (1,5 bis 2cm) legt in der Zeit von Juli bis September ihre Eier vor allem auf den vorderen Gliedmaßen der Pferde ab. Sie sind aber auch in der Mähne, Flanke und um den Maulbereich zu finden. Man kann den Befall an den sichtbaren klebrigen gelben Eiern (ca. 1-2mm stark) erkennen. 

Die betroffenen Stellen jucken und die Pferde nehmen durch Beißen und Lecken die Eier auf. Aus den Eiern schlüpft die Larve nach 8 bis 14 Tagen. Die Larve 1 verbleibt zunächst einige Zeit in der Mundschleimhaut bzw. dringt in die Zungenmuskulatur ein. Dort entwickelt sie sich zur Larve 2. Das dauert dann ca. 21 bis 28 Tage. Diese wird dann entweder in den Magen abgeschluckt oder wandert dort ein. Dort heften sie sich mit ihren beiden Mundhaken in die Magenschleimhaut. Dort entwickeln sie sich innerhalb von 8 bis 10 Monaten zu den 2cm langen rötlichen Larven des 3. Stadiums.  Mit dem Kot gelangen die Magendassel – Larven im Frühling auf die Weide. Dort verpuppen sie sich und nach 3 bis 8 Wochen schlüpft wieder eine neue Dasselfliege.

Je mehr Larven sich in der Magenschleimhaut festsetzen können, desto stärker entwickelt sich die Entzündung der Schleimhaut.

Es entsteht Blutarmut, häufig werden auch Koliken beobachtet. Es besteht der Verdacht, dass durch den Befall auch Magengeschwüre auftreten können.

Die Behandlung erfolgt mit Ivermectin. Spätestens Anfang Dezember besser Anfang November. In Jahren mit vermehrten Dasselfliegenflug sollte man im Januar nachentwurmen.

   Magendasselfliegen

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 BANDWURM     

Etwa jedes dritte Pferd ist befallen. Bei operierten Kolikern ist die Befallsrate noch höher. 

Der Bandwurm braucht einen Zwischenwirt, die Moosmilbe. Die Moosmilbe nimmt über den Pferdekot Bandwurmeier auf. Die Eier wurden von erwachsenen Würmern aus dem Pferdedarm ausgeschieden. In der Moosmilbe entwickelt sich ein ansteckungsfähiges Zwischenstadium, ein sogenannter Zystizerkoid. Das Pferd nimmt beim grasen dieses Zystizerkoid auf, wenn es Moosmilben verschluckt. Im Darm entwickelt sich dann wieder ein Bandwurm. 

Es gibt 3 Arten von Bandwürmern. Sie leben im Übergangsbereich zum Blinddarm und können werden zwischen 4 und 80 cm lang. Dort heften sie sich mit ihren Saugnäpfen an und können schwere Entzündungen hervorrufen. Bandwurmbefall kann sich äußern durch: 

Risiko für schwere Koliken durch starke Anschwellung der Darmschleimhaut. Dies kann zu einem Engpass führen. Bereits wenige Bandwürmer können zu diesem Problem führen.

Die Moosmilben kommen auf fast allen Weiden vor. Auch im Heu bleiben die Moosmilben mit den infektiösen Zystizerkoiden erhalten. Daher ist auch im Winter eine Infektion möglich. Es ist fast unmöglich in Kotproben einen Bandwurmbefall auszuschließen. Oft sind Ergebnisse verfälscht. Auch wenn keine Eier gefunden werden kann das Tier hochgradig verwurmt sein. Die Eier werden in den letzten Gliedern des Bandwurms gebildet und abgestoßen, sie zerfallen oft erst in der Außenwelt. Bandwürmer können auch über Wochen oder Monate keine Eier produzieren.  Das heißt, dass ein Pferdehalter nie ganz sicher sein kann, ob sein Pferd frei von Bandwürmern ist.

Es empfiehlt sich 2 x jährlich eine Wurmpaste zu verwenden, die zusätzlich zu den sonstigen Parasiten auch die Bandwürmer abtötet.

Die Wissenschaft empfiehlt Mai/Juni sowie Oktober/November. Die Behandlung kann zeitgleich mit der Bekämpfung der Rundwürmer bzw. im Herbst mit der Bekämpfung der Magendasseln und Rundwürmer durchgeführt werden.

   BANDWURM

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 Palisadenwürmer - Strongyliden:     

Man unterscheidet zwischen großen und kleinen Strongyliden: 

Kleine Palisadenwürmer (kleine Strongyliden)

Es gibt zig Arten solcher Würmer, sie können fast 90% des Wurmbefalls ausmachen.Sie sind 0,5 bis 2,5cm lang. Die erwachsenen Würmer sind mit bloßem Auge sichtbar.

Erwachsene Würmer sitzen an der Schleimhaut des Darms, produzieren Eier, die dann mit dem Kot ausgeschieden werden. In der Außenwelt schlüpfen daraus Larven. Sie entwickeln sich bodennah zu Larve Stadium1, zu Larve Stadium 2 und zur Larve Stadium3. Die Entwicklung dauert einige Tage bis 2 Wochen. In dieser Zeit benötigen die Larven keine Nahrung. Die infektiösen Larven Stadium3 kriechen auf die Grashalmspitzen. Dort werden sie vom Pferd aufgenommen. Sie entwickeln sich im Körper zum 4 Larvenstadium und dann nach 4-6 Wochen zum erwachsenen Wurm. Während dieser Zeit wandern die Larven einiger Strongyliden durch die inneren Organe des Pferdes oder setzen sich teilweise in der Schleimhaut der Darmwand fest. Der erwachsene Wurm heftet sich  wieder an die Darmwand.  

Schäden:

entstehen bei starkem Befall durch den Blutentzug und die dauernde Reizung der Darmschleimhaut. 

Schäden durch Larven:  

Während ihrer Entwicklung wandern die Larven durch Darmwand, Bauchhöhle, Pfortader und Leber. 

Typische Folgen sind:

 Am gravierendsten sind die Verletzungen in der Wand der Blutgefäße des Dickdarms. Hier bilden sich Aussackungen (Aneurysmen), die später reißen können. Vor allem aber entstehen Thrombosen (Gefäßverschlüsse). Diese lösen nicht selten über eine Infarktbildung schwere, tödliche Darmkoliken aus. Auch können Gefäßverschlüsse der großen Beingefäße zum sogenannten „Intermittierenden Hinken“ führen, einer kaum behandelbaren Lahmheit.  

 kleine Strongyliden

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Spulwürmer   

Dieser Wurm ist erwachsen etwa 20 bis 50cm lang.

Ein erwachsener Wurm kann täglich hunderttausende Eier produzieren.  Nach der Aufnahme der Eier durch das Pferd schlüpfen im Dünndarm Larven und gehen von dort aus auf Wanderschaft. Zuerst wandern sie in die Leber und ruhen dort bis sie mit dem Blut zur Lunge reisen. In der Lunge verweilen sie ein bis zwei Wochen. Dann wandern sie über die Bronchien und die Luftröhre zum Rachen. Über die Speiseröhre gelangen sie zurück in den Darm und wachsen zu Würmern heran. Während ihrer Reise von 10 bis 16 Tagen richten sie Schäden an der Leber und Lunge sowie an der Darmwand an.

Befallene Pferde leiden unter :

Spulwürmer

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Pfriemenschwänze   

Die erwachsenen Würmer werden bis zu 10cm lang. Zur Eiablage wandern die Pfriemenschwanzweibchen aus dem Darm und legen in der Analgegend mehrere tausend Eier in einer klebrigen Flüssigkeit ab. So ein Päckchen hat bis zu 50000 Eier und ist mit dem bloßen Auge erkennbar. Nach der Eiablage kehren sie in den Darm zurück, wo sie absterben. Innerhalb von einer Woche nach der Eiablage entwickelt sich aus dem Ei eine infektionsfähige Larve, die mit der Eihülle in die Einstreu fällt. Nach der Aufnahme der Larve durch das Pferd, dringt diese in die Schleimhaut von Blind- und Dickdarm ein. Nach 4 bis 5 Monaten sind dort geschlechtsreife Würmer herangewachsen.

Pfriemenschwänze

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Zwergfadenwürmer   

Der Wurm ist nur max. einen Zentimeter lang und braucht für die Entwicklung nur 1-2 Wochen. Der Zwergfadenwurm kann sich im Pferd sowie in der Einstreu vermehren. Der Befall von Zwergfadenwürmern wird vermehrt bei Saugfohlen beobachtet. Die weiblichen Würmer leben in den Darmzotten des Dünndarms, wo sie sich Gänge gebohrt haben. Sie verursachen Schleimhautentzündungen, die sich als Durchfall äußern können.

Die aus dem Kot ausgeschiedenen Eier entwickeln sich in der Außenwelt zu ansteckungsfähigen Drittlarven. Sie dringen an dünnhäutigen Körperteilen in das Pferd ein oder werden über das Futter aufgenommen. Einige Larven gelangen über das Blut, durch das Herz in die Lunge. Dort verlassen sie die Blutgefäße und wandern in die oberen Luftwege (Alveolen, Bronchien) aus. Von dort aus werden sie hochgehustet und abgeschluckt. So gelangen sie in den Dünndarm wo sie sich festsetzen und zu geschlechtsreifen Würmern heranwachsen. 

Ein anderer Teil der Larven verlässt die Blutbahn nicht, sondern wird mit dem Blut im Pferdekörper verteilt. So gelangen sie auch in das Eutergewebe. Der Wurm wird dann zusammen mit der Muttermilch ausgeschieden.

Zwergfadenwürmer

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Lungenwürmer   

Die Lungenwürmer werden bis zu 3 cm lang. 32-42 Tage nach der Infektion sind die Würmer geschlechtsreif.

Die geschlechtsreifen Wurmweibchen legen ihre Eier in der Lunge ab. Die Eier werden hochgehustet und abgeschluckt. Nachdem diese den Darm passiert haben werden die Eier oder bereits geschlüpfte Larven mit dem Kot ausgeschieden. Aus diesen Larven entwickeln sich innerhalb von 3-4 Tagen ansteckungsfähige Larven, die dann von dem Pferd durch das Futter oder über die Weide aufgenommen werden. Sie erreichen über den Blutweg die Lunge, wo sie das Gewebe durchbohren und in die kleinen Bronchien gelangen.  Das bevorzugte Wirtstier der Lungenwürmer ist der Esel.

Lungenwürmer

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Magenfadenwürmer



Der Magenfadenwurm erreicht in einer relativ kurzen Entwicklungszeit die Größe von ca. 5 Millimeter.

Die geschlechtsreifen Weibchen sitzen in der Magenschleimhaut und legen dort ihre Eier ab. Im Pferdedarm entwickeln sich sich zumeist noch die Larven, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Im Pferdekot werden die Larven von Fliegenmaden aufgenommen. Nach ca. 2 Wochen ist die Larve ansteckungsfähig, genau zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich aus der Fliegenmade eine Fliege. Die Larven wandern aus dem Rüssel der Fliege aus. Über Lippen und Nüstern gelangen die Larven in das Pferd und gelangen in den Magen. Dort dringen sie in die Drüsenschleimhaut ein und entwickeln sich innerhalb von 2 Monaten zu geschlechtsreifen Würmern. Gelangen die Larven in kleine Hautwunden, so verursachen sie schlecht heilende Sommerwunden. Hier erfolgt jedoch keine Weiterentwicklung zu erwachsenen Würmern.

Magenfadenwürmer

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Rollschwänze

Der Wurm wird bis zu 3,5 cm lang.

Die geschlechtsreifen Weibchen sitzen im Darm und legen dort ihre Eier ab. Im Pferdedarm entwickeln sich sich zumeist noch die Larven, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Im Pferdekot werden die Larven von Fliegenmaden aufgenommen. Nach ca. 2 Wochen ist die Larve ansteckungsfähig, genau zu diesem Zeitpunkt entwickelt sich aus der Fliegenmade eine Fliege. Die Larven wandern aus dem Rüssel der Fliege aus. Durch die unbewusste Eiablage der Fliege auf das Pferd gelangen diese durch ablecken in den Organismus, wo sie in den Darm abwandern und zu geschlechtsreifen Würmern heranwachsen.

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Mikrofilarien

Die Würmer werden zwischen 5 und 30cm lang. Der Zwischenwirt ist die Stechmücke.

Die erwachsenen Würmer siedeln sich im Bereich des Nackenbandes an. Es kann dort zur Bildung von glasig erscheinenden Streifen kommen. Nach der Paarung der Würmer befinden sich die Entwicklungsstadien (Mikrofilarien) zunächst in Bereichen des Nackenbandes. Von dort aus gelangen sie über das Blut in das Unterhautbindegewebe von Nabel und Flanken. Die Larven werden dort (bevorzugte Saugstellen) von den Stechmücken aufgenommen. Nach 24 Tagen haben sie sich in der Stechmücke zu Infektionslarven entwickelt und werden beim Stechen auf das Pferd übertragen.

Das Gewebe des Nackenbandes kann im weiteren Verlauf brüchig werden und sich grünlich verfärben. Nach dem Absterben der Würmer bilden sich taubeneigroße Herde, die verkalken können. Es können sich beim Aufbrechen dieser Herde Fistelkanäle bilden, die eine Länge von 25cm erreichen können. In dem Eitersekret können dann Wurmteile nachgewiesen werden.

Sie können auch in den oberen Gleichbeinbändern, sowie an den Beugesehnen  auftreten. Dadurch entstehen knotenförmige Anschwellungen die zu langanhaltenden Lahmheiten führen können.

Augenveränderungen 

Mikrofilarien können in der Horn- und Bindehaut auftreten. Das Auge reagiert mit Irritationen bzw. Entzündungsreaktionen. Typisch sind die sogenannten Kreidebeläge auf der Hornhaut.

Hautveränderungen

Mikrofilarien können, wenn sie abgestorben sind zu allergischen Hautveränderungen sowie Juckreiz führen. Sympthome, Hautentzündung, Haarausfall, Pappelbildung, hauptsächlich im Bereich Kopf, Nacken und Brust.

Mikrofilarien

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Leberegel

Seine Eier werden mit dem Kot ausgeschieden und dieser wird von Schnecken verzehrt. In den Schnecken schlüpfen die Larven und werden in einer schleimigen Hülle ausgeschieden. Eine Ameise frist  das Schleimpaket mit den Larven und in deren Körper entwickeln sich die Larven weiter. Um zu einem Leberegel zu werden muss die Larve wieder zurück . Das Ameisenhirn wird dadurch manipuliert, dass eine Larve in das Hirn der Ameise einwandert. Die Ameise krabbelt entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten an die Spitze des Grashalms und kann dort wieder aufgenommen werden. So gelangt die Egellarve zurück in den Organismus und in die Leber. Dort reift sie zum Wurm heran.

Hauptwirt ist das Rind. Ein Befall mit Leberegeln verursacht Blutarmut und Gewichtsverlust.

Leberegel

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